Geschichte

Die Arminengeschichte

01hambacher_festSeit der Gründung der Burschenschaft zu Jena im Jahre 1815 gründeten sich sukzessive in vielen deutschen Hochschulstädten Burschenschaften. Ziel war es, ein Netzwerk zu erschaffen, daß sich auf alle deutschen Universitäten ausdehnt, um das Burschenschaftliche Gedankengut bei allen Studenten zu etablieren. Diese Ziele, auf dem Wartburgfest manifestiert, waren u.a. die Schaffung eines einheitlichen Vaterlandes und die Kodifikation des Recht auf Freiheit der Person, die Freiheit der Meinung, Gleichheit vor dem Gesetze, die Glaubens- und Gewissensfreiheit die Garantie des Eigentums. Viele dieser Forderungen schlugen sich in der Paulskirchenverfassung und später in unserm Grundgesetz nieder, haben aber hier ihren Ursprung.

Die Berliner Burschenschaft Arminia ist die älteste Berliner Burschenschaft. Nach der Gründung der Berliner Burschenschaft am 02.06.1818 auf der Bude des Studenten Adolf Lette in Berlin-Mitte wuchs die Verbindung rasch und zählte bereits wenige Wochen später 84 Mitglieder. Anläßlich des Sieges über Napoleon drei Jahre zuvor, wird am 18. Juni 1818, einem damaligen preußischen Feiertag, das erste offizielle Stiftungsfest in der Hasenheide begangen.

Durch die Demagogenverfolgung unter Metternich, welche die Burschenschaften mit besonderer Härte trifft, kommt es 1819 zum Verbot. Die Verbindung setzt jedoch unter Verwendung zahlreicher Tarnnamen wie „Lesezirkel“ ihre Arbeit fort. Zwischen 1850 und 1860 gibt es verschiedene Versuche, die Verbindung auch offiziell wieder zu etablieren. In dieser Zeit tritt sie unter verschiedenen Namen auf und erhält auch ihren heutigen Namen Arminia.

02maerz1848Am 15. August 1860 tritt unsere Verbindung auf dem Breslauer Kartelltag in das Norddeutsche Kartell ein. In den folgenden Jahren tritt auch unser heutiger Freundschaftsbund Teutonia-Wien diesem Kartell bei. Nach langwierigen Richtungsdiskußionen innerhalb des Kartells wird die Arbeit durch den 1870 ausbrechenden deutsch-französischen Krieg unterbrochen, in dem sechs Bundesbrüder ihr Leben geben. Drei von ihnen, allesamt Offiziere des Preußischen Gardekorps, ereilt dieses Schicksal am gleichen Tage bei Gravelotte/ St. Privat. 1872 hört das erste Norddeutsche Kartell durch Beschluß des Kartelltages auf zu bestehen.
Im Jahre 1910 unterstützt die Aktivitas maßgeblich die Vorbereitungen für die außtehenden Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Berliner Universität. Im August 1914 findet der erste Kriegsconvent der Arminia statt und wird zeichensetzend mit dem Liede „Burschen heraus“ beendet. Während der Kriegszeit stellt die Arminia, wie fast alle studentischen Organisationen, ihre Arbeit weitestgehend ein. Auch in diesem Ringen entrichtete die Arminia mit 26 gefallenen Bundesbrüdern einen hohen Blutzoll.

SAMSUNG DIGITAL CAMERAZwischen den Kriegen nimmt die Arminia den Aktivenbetrieb wieder voll auf und kann vorerst einen Anstieg ihrer Mitgliederzahl verzeichnen. Dieser relativiert sich jedoch Ende der 20er Jahre durch Richtungsstreitigkeiten. Das freie Corps „Cimbria“, das seit langem den Weg in die Deutsche Burschenschaft suchte, trat 1932 geschloßen in die Armina ein. Noch im Juni 1935 werden Freundschaftsverträge u.a. mit den Burschenschaften Arminia München, Arminia Leipzig, Raczeks Breslau und Arminia Würzburg abgeschloßen. Im Oktober 1935 legt die Aktivitas ihre Farben aufgrund der Leipziger Beschlüße nieder. Im Juni 1936 wird die Aktivitas durch Beschluß des Bundesconvents aufgelöst und wird als Kameradschaft weitergeführt. Die Arminia besteht nur noch als Altherrenschaft weiter.

Im November 1943 wird das Arminenhaus durch ein anglo-amerikanisches Flächenbombardement völlig zerstört und fast sämtliche Couleurgegenstände vernichtet. Bis zum Ende des Krieges gab es kein geregeltes Bundesleben mehr, sondern nur noch sporadische Treffen einzelner Bundesbrüder. Das Kriegsende und seine Folgen erstickten nahezu auch diese Reste eines Bundeslebens. Nach dem Krieg treffen sich kleine Gruppen Alter Herren in Berlin und den westlichen Besatzungszonen. Diese losen Zusammenkünfte führen im Oktober 1949 zur Wiedergründung der aktiven Burschenschaft. 1951 erhält die Arminia mit einem Haus in Berlin-Lichterfelde einen neuen Mittelpunkt ihres Bundeslebens, welches sie sich bis 1958 noch mit der Burschenschaft Rugia teilt.

Nachdem sich in den letzten Jahren im Bund Anzeichen von Lethargie breitmachten, ist das „reinigende Mitgliedergewitter“ als Geburtsstunde einer neuen Arminia zu betrachten, welche auch bereit ist, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bestehen.

VIVAT, CRESCAT, FLOREAT ARMINIA!